Weiterbildung gegen Fachkräftemangel
In der deutschen Wirtschaft werden Fachkräfte derzeit händeringend gesucht. Die Weiterbildung ist für deutsche Unternehmen ein wichtiges Instrument, um gegen den Mangel qualifizierter Fachkräfte vorzugehen. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des Deutschen Industrie und Handelskammertags (DIHK), für die im Februar dieses Jahres mehr als 15.000 deutsche Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen teilgenommen haben.
Obwohl die Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise auch in der Bundesrepublik noch spürbar sind, sparen viele Unternehmen nicht an finanziellen Aufwendungen für Weiterbildungsmaßnahmen. Jeder vierte Betrieb hat hingegen sogar vor, sein betriebliches Weiterbildungsangebot auszubauen. Für die ökonomisch noch angeschlagene Bundesrepublik ist dies eine wichtige Maßnahme, um den Aufschwung in Gang zu bringen.
Vielen Unternehmen ist bewusst geworden, dass eine weiterführende Qualifikation der Mitarbeiter eine wichtige Vorbereitung auf die Auswirkungen des Demografischen Wandels darstellt. Auf das altersbedingte Ausscheiden vieler älterer Mitarbeiter aus dem Betrieb will jedes zweite Unternehmen mit dem Ausbau der betrieblichen Weiterbildung reagieren, um so künftig den Bedarf an qualifizierten Fachkräften abzudecken. In Sachen Weiterbildung liegt bei den meisten Konzernen der Schwerpunkt auf der Förderung berufsspezifischer Fertigkeiten. Daneben soll vor allem das Fachwissen erweitert sowie die sozialen und persönlichen Kompetenzen geschult werden.
In der Umfrage stellte sich zudem heraus, dass in deutschen Unternehmen zunehmend mehr passende, günstige und flexible Angebote zur Weiterbildung der Mitarbeiter erwünscht sind. Laut Befragung würden viele Firmen mehr in die Weiterbildung investieren, wenn diese sich positiv auf den wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns auswirken würde. Fast 30 Prozent der Befragten wünschen sich mehr öffentliche Förderprogramme. Wenn die Mitarbeiter auf einen Teil ihres Urlaubs und ihrer Freizeit verzichten würden, dann würde annähernd jedes vierte Unternehmen sein Angebot zur beruflichen Weiterbildung expandieren.
Einen wichtigen Beitrag können nach Meinung der Unternehmen ebenfalls die öffentlichen Förderprogramme leisten. Derartige Programme sind jedoch nicht bei allen Konzernen beliebt. Viele Unternehmen verzichten auf öffentliche Förderprogramme, da ihnen der bürokratische Aufwand zu hoch ist oder weil die meisten der angebotenen Maßnahmen nicht zu ihrem Unternehmen passen.
In unserer heutigen Gesellschaft spielt lebenslanges Lernen eine zentrale Rolle. Auf dem Arbeitsmarkt kann nur dauerhaft Bestand haben, wer zu ständigen Erweiterung seiner Kenntnisse bereit ist. Viele moderne Berufe erfordern von Zeit zu Zeit erweiterte Qualifikationen. Zwar bildet eine gute Berufsausbildung eine solide Grundlage auf dem Arbeitsmarkt. Eine Garantie auf einen dauerhaften Arbeitsplatz kann sie jedoch nicht bieten. In der Bundesrepublik Deutschland existiert ein sehr breites Angebot an Einrichtungen und Bildungsträgern, die Weiterbildungen anbieten. Entsprechende Bildungseinrichten sind in nahezu jeder größeren und mittleren Stadt zu finden. Wer zu Beispiel seine Computerkenntnisse auf den neusten Stand bringen möchte, kann sich in München einen der zahlreich angebotenen Kurse raussuchen oder eine Vielzahl offene Seminare in Hamburg zu diesem Thema finden.